Leseprobe: Geschichten und Wissenswertes aus dem Gesellschaftsbecken – Antennenwels Putzerli erzählt

 

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser! Mein Name ist Putzerli und ich bin ein Antennenwels. Putzerli nennen meine Besitzer mich deshalb, weil es so aussieht als ob ich die Scheiben und die Gegenstände im Aquarium putze. In Wirklichkeit fresse ich den ganzen Tag Algen. Ich bin von Anfang an ein zufriedener Bewohner des Gesellschaftsbeckens und habe hier schon viel gesehen und erlebt.

Die Aquaristik ist ein schwieriges Hobby. Man muss als Aquarianer sehr diszipliniert und sorgfältig sein, damit die Fische optimale Lebensbedingungen und ein langes Leben haben. Die Kosten für ein Aquarium können anfangs relativ hoch sein, da man beispielsweise ein Becken, eine Heizung, einen Filter, verschiedene Futtersorten, Bodengrund, Dekoration, Pflanzen und natürlich Fische anschaffen muss. Manche Aquarianer kaufen auch extra einen Aquarienunterschrank, auf dem das Aquarium steht, in den sie dann das Futter und alles andere hineinstellen können. Besonderes letzteres ist sehr teuer.

Die Kosten auf lange Sicht sind einigermaßen tragbar, da man nur nach einigen Jahren das Becken und den Bodengrund wechseln muss. Das Fischfutter beläuft sich lediglich auf ein paar Euro.

Bedenken Sie bitte, dass wir Fische auch Lebewesen mit Gefühlen und Emotionen sind. Wir spüren genauso Schmerzen und Leiden wie Sie. Manche Aquarianer scheinen Fische nur als hübsche Dekoration zu sehen und nicht als Lebewesen. Sätze wie „Ein Fisch kostet drei Euro, da gebe ich doch keine fünfzehn Euro für das Medikament aus!“, hört man leider des Öfteren.

Ich sage: „Fische sind Freunde!“ und gewinnen zu Ihnen mit der Zeit auch Vertrauen. Sie beginnen, an Ihrem Finger zu knabbern und kommen pünktlich zur Fütterungszeit an die Scheibe oder auch dann, wenn Sie sich dem Aquarium nähern.

Sehen Sie uns als Fische einfach als Mitgeschöpfe auf dieser schönen Welt, die Sie eine Zeit Ihres Lebens treu begleiten werden.

Das Buch ist  bebildert und in viele Themen in  Form von Kurzgeschichten ähnlichen Kapiteln unterteilt. So lässt es sich auch dann gut lesen, wenn man nur wenig Zeit dazu hat.

 

Wie alles anfing…

 

Schon in den 90ern besaß mein Besitzer, er heißt Pavel, Skalaren. So sammelte er bereits erste Erfahrungen in der Aquaristik. Als die Frau meines Besitzers, Martina, einen gut bezahlten Übersetzungsauftrag hatte, kamen beide im Sommer 2012 auf die Idee, wieder ein Gesellschaftsbecken anzuschaffen.

Gesagt, getan! Martina und Pavel fuhren in das nächstgelegene Aquaristik–Geschäft und schauten sich in Ruhe um. Im Lauf der Zeit hat sich auch in der Aquaristik vieles verändert. Neues ist dazu gekommen, während anderes völlig verschwand.

Pavel und Martina zögerten mit dem Kauf des Aquariums. Es gab so viel dort zu sehen, dass beide völlig überwältigt und mit der Auswahl etwas überfordert waren. Plötzlich fielen ihre Blicke auf ein Aquariumset, komplett mit Filter und Beleuchtung.

Für den Anfang schien es genau das Richtige zu sein. Der Preis hielt sich im Rahmen. Schließlich kauften sie das Becken, eine Wurzel, den Bodengrund und einige Wasserpflanzen. Danach verließen sie das Geschäft. Pavel schleppte die Errungenschaften zum Bus und meine Besitzer fuhren freudig und zufrieden nach Hause.

Pavel baute alles auf, füllte das Becken mit Bodengrund und Wasser, gab den Tunnel und die Wurzel hinein und  setzte die Pflanzen ein. Stolz betrachteten meine Besitzer ihr noch leeres Aquarium, soll heißen, das Aquarium ohne Fische.

Nun hieß es warten. Ein neues Aquarium muss vier lange Wochen eingefahren werden bis man die Fische hinein geben kann. Wochen vergingen. Meine Besitzer konnten das Einsetzen der ersten Fische gar nicht früh genug erwarten.

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